Diversity und Inklusion

Der demografische Wandel betrifft immer mehr ältere Erwachsene in der Gesellschaft und am Arbeitsplatz. Die Forschung zeigt jedoch, dass ältere Menschen über viele Fähigkeiten verfügen (z.B. selbständige Entscheidungsfindung, Systemkenntnisse und – verständnis, interdisziplinäres Denken usw.), die für Industrie 4.0 erforderlich sind und dass andererseits neue Technologien einen Teil der abnehmenden körperlichen Fähigkeiten einer alternden Erwerbsbevölkerung kompensieren können. Die Herausforderung besteht also darin, die Arbeitsbedingungen auf die Bedürfnisse älterer Men-17 schen abzustimmen. Ähnliche Überlegungen können auch bei behinderten Menschen angestellt werden, für die moderne Technologien neue Möglichkeiten am Arbeitsplatz schaffen können. Die Prognosen über die zukünftige Zunahme der Krankheitsereignisse stellen jedoch eine große Herausforderung dar. Nach Angaben der Internationalen Agentur für Krebsforschung wird die absolute Zahl der Krebsfälle in den 28 EU Ländern aufgrund der demografischen Auswirkungen von 2,75 Millionen im Jahr 2015 auf über 3,1 Millionen Fälle pro Jahr bis 2025 steigen.

Um diesen Herausforderungen zu begegnen sollten die Arbeitnehmervertreter sicherstellen, dass neue Arbeitsplatzgestaltungen unter Einbeziehung demografischer Gesichtspunkte konzipiert werden. Regelmäßige Bewertungen der Aufgaben und Fähigkeiten der einzelnen Arbeitnehmer können es ermöglichen, ihre berufliche Entwicklung nach ihren spezifischen Bedürfnissen zu planen, indem sie auch von der Einführung neuer Technologien profitieren.

Die Arbeitnehmervertreter sollten auch Präventionsmaßnahmen gegen das Risiko chronischer Krankheiten am Arbeitsplatz fördern, die Arbeitnehmer für das Thema sensibilisieren und potenzielle diskriminierende Verhaltensweisen aufzeigen. Zudem sollten sie einen Dialog mit der Unternehmensleitung und anderen relevanten Interessengruppen darüber führen, wie die Beschäftigungsmöglichkeiten auch für Menschen mit chronischen Krankheiten verbessert werden können.

Sozialprogramme für ältere Menschen in der italienischen Firma Beretta

Der am 28. März 2018 für das Unternehmen Beretta unterzeichnete Tarifvertrag enthält eine Liste der bereits in Kraft getretenen Maßnahmen zum Umgang mit einer alternden Belegschaft. Erstens wird die gesunde Ernährung durch die Bereitstellung einer Ernährungsberaterin gefördert, die zweimal im Monat zur Verfügung steht, um Fragen der Mitarbeiter zu beantworten und Informationen zu geben. Außerdem wurde die Betriebskantine mit grünen, gelben und roten Signalen für die Klassifizierung von Lebensmitteln nach ihrer Kalorienaufnahme ausgestattet. Dank einer Partnerschaft mit lokalen Krankenhäusern werden auch kostenlose Untersuchungen organisiert und für Mitarbeiter über 40 Jahren angeboten.
Schließlich wurde das Unternehmen mit 7 Defibrillatoren ausgestattet, und über 55 Mitarbeiter wurden bereits geschult, um diese im Notfall einzusetzen.